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Aktuelles

Offener Brief an Recep Tayyip Erdogan

Ministerpräsident Erdogan,

die angebrachte Kritik des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck gegenüber Ihnen und Ihrer Regierung während seines Türkei-Aufenthaltes macht erneut deutlich, dass sich die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei seit den Gezi-Protesten im vergangenen Sommer immer weiter verschlechtern. Statt eine Lösung für die bestehenden Probleme zu suchen, drohen und greifen Sie uns seit 12 Jahren an. Wie Sie wissen, sind Alevitinnen und Aleviten bereits gegen unzählige Ihrer Vorgänger standhaft geblieben, sie werden auch gegen Ihre Drohungen und Assimilationspolitik standhaft bleiben.

 

Wir sind der Verhandlungspartner in dieser Sache

Eine alevitische Öffnung und die Erschaffung des Alevitentums nach Ihrem Weltbild werden ergebnislos bleiben, solange Sie an den Drohungen und Angriffen auf Alevitinnen und Aleviten festhalten. Wir möchten Sie daran erinnern, dass die Lösung des „Aleviten-Problems“ nicht durch von Ihnen gegründete alevitische Verbände oder selbsternannte Experten zu erreichen ist, sondern nur durch Verhandlungen mit den Dachverbänden der Alevitinnen und Aleviten selbst. Durch eine große Unterstützung und Legitimität durch Alevitinnen und Aleviten sind wir der Ansprechpartner in dieser Sache.

Verankerung der Rechte im deutschen Grundgesetz

Wir wissen, dass unsere Anerkennung als Glaubensgemeinschaft in Deutschland, das Recht zur Erteilung von Alevitischen Religionsunterrichtes an deutschen Schulen, die Anerkennung von alevitischen Feiertagen in bestimmten Bundesländern sowie die Teilnahme von hohen politischen Amtsträgern an unseren Veranstaltungen – wie zuletzt am 21. März durch die Teilnahme des Bundespräsidenten an unserer Nevruz-Veranstaltung – Sie besonders stört.

Was Sie an dieser Stelle jedoch wissen sollten, ist folgendes: Die uns zugestandenen Rechte sind nicht unserer besonderen Stellung und Beziehungen zu verdanken; sie sind im deutschen Grundgesetz für alle Menschen in Deutschland verankert. Auch wenn es Ihnen lapidar erscheint, in wahren Rechtsstaaten verhält sich der Staat zu allen Glaubensgemeinschaften mit gleichem Abstand und gewährt diesen die ihnen zustehenden Rechte. Daher ist es offensichtlich, dass das aktuell dominierende Verständnis von Staat und Regierung in der Türkei noch sehr weit von einem solchen Verhältnis entfernt ist. Statt die Worte des Bundespräsidenten als unangebrachte Predigten abzutun, sollten Sie sich das deutsche Grundgesetz bezüglich dieser Sache als Vorbild nehmen.

„Eine Handvoll” in Bochum

Eine Föderation bestehend aus 14 europäischen Dachverbänden und 1,5 Millionen Alevitinnen und Aleviten als „eine Handvoll” zu bezeichnen, zeigt uns, wie Sie das wahre Bild verzerren.

Vergessen Sie nicht, dass „diese Handvoll” dafür gesorgt hat, dass Sie Ihre Reise nach Bochum absagen mussten. Wir wissen auch, wie sehr Sie sich jedes Mal bemühen, die Proteste gegen Sie in Köln, Berlin, Brüssel oder einer anderen europäischen Metropole zu umgehen.

Erfüllung der Forderungen notwendig

Sie sprechen immer wieder von „den gespalteten Alevitinnen und Aleviten“. Das Bestehen der Alevitisch-Bektaschitischen Föderation in der Türkei und der Alevitischen Union Europa zeigt jedoch, wie gut die Alevitinnen und Aleviten organisiert sind und dass sie nicht gespalten sind. Ihre Bemühungen diesbezüglich werden ebenso erfolglos bleiben. Ihre Argumentation taugt weder in der Theorie noch in der Praxis. Gelinde gesagt, das Maß ist nun voll. Wir empfehlen Ihnen daher, die leeren Drohungen sein zu lassen und schnellstens die öffentlich bekannten Wünsche und Forderungen der Alevitinnen und Aleviten zu erfüllen.

 

Turgut Öker

Vorsitzender der Alevitischen Union Europa

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