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Aktuelles

Erste Wissenschaftsstelle für “Alevitentum” an deutscher Hochschule eingerichtet

Seit dem Sommersemester 2011 können PädagogInnen den Erweiterungsstudien­gang  “Alevitische Religionslehre/-pädagogik” an der Pädagogischen Hochschule Weingarten belegen und sich auf die Unterrichtung alevitischer Religionslehre an Schulen vorbereiten.

Foto (v. l. n. r.): Melek Yıldız (Dozentin Alevit. Religionspädagogik), Dunja El Missiri (Dozentin Islam. Religionspädagogik), Prof. Dr. phil. Gregor Lang-Wojtasik (Fachbereich Erziehungswissenschaft), Dr. Hüseyin Ağuiçenoğlu (wissenschaftl. Mitarbeiter Alevit. Religionspädagogik), Yılmaz Kahraman (Bildungsbeauftragter AABF), Prof. Dr. theol. Lothar Kuld (Dekan Fachbereich Katholische Theologie / Religionspädagogik)

Die Erteilung des alevitischen Religionsunterrichts (ARU) als reguläres Unterrichtsfach an staatlichen Schulen in Deutschland stellt für die AABF und ihre Mitglieder eine historische und gesellschaftspolitische Errungenschaft dar. Der ARU in deutscher Sprache wird mittlerweile an Grundschulen und weiterführenden Schulen in acht Bundesländern gelehrt. Bislang erteilen den Unterricht alevitische Lehrkräfte, die sich unter anderem auch an der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH Weingarten) weiterbildeten.

Übergangsweise wurden diese Seminare von Lehrbeauftragten verschiedener deutscher Universitäten, wie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, der Ruhr-Universität Bochum, der Akademie der Weltreligionen der Universität Hamburg sowie BildungsvertreterInnen der AABF gehalten.

Nun gibt es einen offiziellen Erweiterungsstudiengang für die Ausbildung von ARU-LehrerInnen. Als Dozenten gewann die Hochschule dafür den Islam- und Sprachwissenschaftler Dr. Hüseyin Ağuiçenoğlu. Dr. Ağuiçenoğlu entstammt einer alevitischen geistlichen Familie und wurde 2010 an der Universität Bern im Bereich Middle Eastern Studies und Turkologie habilitiert. Seit Oktober 2011 arbeitet er an der Ruhr-Universität Bochum im Centrum für Religionswissenschaftliche Studien als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Darüber hinaus forscht er an der Universität Heidelberg im Fachbereich Islamwissenschaft und Iranistik.

Der 24.10.2013 wird somit für die Alevitische Gemeinschaft als ein weiterer Meilenstein in die Geschichte eingehen, denn an diesem Tag unterschrieb Dr. Ağuiçenoğlu seinen Vertrag als  wissenschaftlicher Mitarbeiter und damit wurde der Erweiterungsstudiengang zu einem offiziellen Bestandteil des Lehrprogramms an der PH Weingarten. Dies bedeutet einen weiteren wichtigen Schritt auf unserem Weg hin zur Etablierung des Alevitentums in Lehre und Forschung an deutschen Universitäten.

„Wir sind verstärkt darum bemüht, eigenständige Lehr­stühle für die alevitische Lehre und For­schung einzurichten, die in religionswissenschaftlicher Qualität den evangelischen und ka­tho­lischen Lehrstühlen in nichts nachstehen“, unterstreicht Melek Yıldız, selbst ARU-Lehrerin und im AABF-Bundesvorstand zuständig für Wissenschaft, Lehre und Forschung.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat mit der Anschubfinanzierung der Zentren für Islamische Studien ein wichtiges Zeichen in der Integrationspolitik gesetzt.

„Eine solche Anschubfinanzierung muss auch für ein universitäres Institut für Alevitische Studien erfolgen, um die Ausbildung von alevitischen Lehrerinnen und Lehrern, Geistlichen und des wissenschaftlichen Nachwuchs an deutschen Universitäten zu etablieren“, beschreibt Yıldız das gemeinsame Ziel des AABF-Bundesvorstandes.

Die Einrichtung eines solchen Instituts wäre ein klares Signal in der deutschen Integrations- und Wissenschaftspolitik und würde die Pluralität unserer Gesellschaft auch in den Angeboten der Universitäten widerspiegeln. Die bislang an der PH Weingarten angebotenen Wochenendseminare wurden sehr interessiert von ARU-Lehrkräften aus dem gesamten Bundesgebiet angenommen, was den großen Bedarf in diesem Bereich zeigt. Die angehenden ARU-LehrerInnen nahmen gerne die weiten Wege und die Mehrbelastung auf sich, um den Qualitätsansprüchen gerecht zu werden. Somit möchten wir unseren Kindern und Jugendlichen flächendeckend einen qualitativ hochwertigen alevitischen Religionsunterricht anbieten und somit zu einer Revitalisierung der alevitischen Lehre auch in den jüngeren Generationen beitragen.

Der nun etablierte Erweiterungsstudiengang stellt eine Verstetigung dieser Bemühungen dar. Er umfasst drei Module mit insgesamt 24 Semesterwochenstunden (SWS). Als ergänzende Möglichkeit zum grundständigen Lehramtsstudium richtet er sich hauptsächlich an Studierende der Studienschwerpunkte Grund-, Werkreal-, Haupt- und Realschulen und schließt mit einer Staatsexamensprüfung ab. Studierenden anderer Schwerpunkte ist es jedoch möglich, ebenfalls Scheine und ein Abschlusszertifikat zu erwerben.

Überblick über die Studieninhalte des Erweiterungsstudiengangs:

Modul 1: GRUNDLAGEN

  • Alevitische Terminologie und Einführung in die alevitischen Quellen
  • Einführung in die alevitische Glaubenslehre und -praxis
  • Einführung in die alevitische Geschichte
  • Einführung in die alevitische Religionspädagogik
  • ggf. Vertiefung der türkischen/osmanischen Sprachkompe­tenz

Modul 2: VERTIEFUNG

  • Einführung in die interkultu­relle Pädagogik
  • Didaktik und Methodik des alevitischen Religionsunter­richtes
  • Alevitische Ethik
  • Alevitische Liturgie (Erkanlar)
  • ggf. Vertiefung der türkischen/osmanischen Sprachkompe­tenz

Modul 3: PROFESSIONALISIERUNG

  • Vertiefung in die Didaktik und Methodik des alevitischen Religionsunterrichtes
  • Vertiefung der Glaubenslehre/Konzepte
  • Vertiefung der türkischen/osmanischen Sprachkompe­tenz
  • Professionalisierungsprakti­kum mit Projekt und Projekt­bericht

Weitere Informationen bietet der Fachbereich Alevitische Religionspädagogik auf dieser Internetseite.

 

Kontakt für Fragen und weitere Informationen bei der AABF:

Melek Yıldız

Bundesvorstand AABF

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